Leseprobe

 

Er beugte sich zu ihr herunter und sagte an ihrem Ohr: „Du weißt doch, dass ich das alles nur tue, weil mein kleines Mädchen das so braucht.“

Mein kleines Mädchen! Der Satz zischte durch ihren Kopf. Sie spürte, dass ihr der Schweiß ausbrach. Ja, die Worte klangen aufregend. Obwohl sie peinlich waren. Nein, dachte sie, sie klangen aufregend, weil sie peinlich waren.

„Oder freust du dich nicht, dass ich da bin?“

Sie fuhr nervös mit der Hand über den Sofabezug. Er griff nach ihren Fingern. Drückte sie zusammen.

„Au, meine Hand“, entfuhr es ihr.

„Deine Hand?“ sagte er und drehte sie hin und her. „Das ist nicht deine Hand, das ist meine.“ Er legte sie auf sein Bein. Sie spürte Muskeln und Wärme durch den Stoff und wollte die Hand schnell wegziehen, aber er hielt sie fest. „Also, freust du dich nun, dass ich da bin?“

Lilas Stimme wollte nicht kommen. Sie starrte auf den Teppich und krächzte: „Ja … doch …“

„Red in ganzen Sätzen.“

„Ich freu mich, dass du da bist“, flüsterte sie schnell.

„Nicht auf den Boden sehen dabei, Lila. Hier spielt die Musik!“ Er drückte ihr Gesicht hoch, bis sie ihm in die Augen sah. „Und jetzt laut und deutlich.“

Sie blinzelte. Sie blinzelte die Tränen weg, die sich bilden wollten. Es war ein Spiel, dennoch konnte Lila sich nie gegen das Gefühl von Empörung wehren, wenn er so mit ihr sprach. Sie hatte versucht, es zu unterdrücken, aber es war da, immer. Und Joe wusste es. Er wusste, dass sie sich gegen den Tonfall sträubte und gleichzeitig danach sehnte, mehr zu hören. Zwei Dinge, die nicht zusammenpassten, zwei Informationen, die im Gehirn aufeinanderprallten und Elektrizität erzeugten. Und er, er wusste es!

Sie sagte: „Ja, Joe, ich freue mich, dass du da bist.“

"Gut. Dann zeig mir mal, wie sehr."